Nebenbei lese ich ja. Zum Beispiel den Duden-Newsletter. Der ist zuweilen ganz amüsant:
Neulich bot ein Lebensmittelmarkt in einer Werbeanzeige an: Kiwi, Italien, HKl. I, 1 kg Schale. Nun sind Kiwis ja ganz lecker und auch reich an Vitaminen. Aber nur Schalen? Das klingt selbst bei einem Schnäppchenpreis nicht so verlockend … Auch bei den Strauchtomaten aus Spanien gabs nur 500 g Schale. Ein Ergebnis der Wirtschaftskrise, in der wir momentan stecken? Wohl eher das Ergebnis einer allzu großen Zurückhaltung beim Gebrauch des Bindestrichs. Übrigens keine Ausnahme, sondern eher die Regel: Pizza wird angeboten mit dem Zusatz verschiedene Sorten, tiefgefroren, 270 g bis 420 g Packung – wirklich solide verpackt! Joghurt gibts mit 150 g Becher, aber wie viel ist drin?
Von wegen Krise wird hier in Ba-Wü auch viel geredet. Also, wir leiden wohl alle. Das gibt doch Zuversicht.
Gelesen habe ich diese Tage auch den „Krabat“ zu Ende. Ein schöner Schmöker. Erster Satz: „Es war in der Zeit zwischen Neujahr und dem Dreikönigstag.“ Letzter: „Während sie auf die Häuser zuschritten, fing es zu schneien an, leicht und in feinen Flocken, wie Mehl, das aus einem großen Sieb auf sie niederfiel.“ – Also, das Ende ist schon mal viel persönlicher als der Anfang, was? „Es“ wird zu „sie“. Und so was von flauschig.

Ein schöner Schmöker.
Im Übrigen wünsche ich uns allen ein angenehmes Wochenende. Ich starte ja mit der großen Hausordnung in selbiges. Aber die ist halb so schlimm. Und daher hab ich vielleicht auch noch einmal Zeit für Pforzheim und Umgebung? Von letztem WE bin ich noch Fotos schuldig:

Vertreter eines Pforzheimer Flößergeschlechtes. Bleistift auf Papier.
Neben aller Bummelei müssen Socken gewaschen werden. Auch da gab’s Anregungen im Stadtmuseum, wo ich den Flößer angetroffen hatte.

Sockenwäsche bei Flößers zu Hause
Allerdings gab’s in dem Museum auch Bedenkliches. Denn wer hat wohl die Socken gewaschen? Per Hand. Ja genau, die Frau! Und was kriegt sie dafür?

Statt zu plakatieren, hat man sich Fragwürdiges an die Wand gekachelt.
„ein weib, ein esel, eine nuß, diese drei stük man klopfen muß.“
Ja, wieviel Grips der Schreiber hatte, sieht man ja schon an der Rechtschreibung. Oder?
Auf einer anderen Kachel wiederum wird erzählt, wie ein jeder Bub lacht, wenn seine Mutter Kuchen backt…
Also nochmal: erholt euch gut von der Woche und seid lieb gegrüßt, wenn ihr das hier später lest. Evy