







Hallo aus Eisleben. Dort wird eine Orgel repariert und ich schaue zu. Bzw. nutze ich die Zeit, meine Hausaufgaben zu erledigen: Eine Einführung über Moodle lesen: Moodle ist eine interaktive Plattform für alle, die in Baden-Württemberg an Schule beteiligt sind. Da das aber nicht gerade das Spannendste ist, was einem so passieren kann, werde ich nochmal etwas zu Pforzheim erzählen.
Pforzheim wurde wahrscheinlich von Römern besucht, die den hier an einer Enz-Furt Siedelnden Kultur beizubringen versuchten. Ansonsten lebte man wohl so weiter wie zuvor und widmete sich besonders der Flößerei. Im Stadtmuseum gibt’s schöne alte Fotos von den alten Flößergeschlechtern. Ihr könnt ja auch mal kurz beim Stadtmuseum vorbeischauen.
Nach und neben den Flößern war ein Fürst namens Karl Friedrich dafür verantwortlich, dass in Pforzheim Schmuck hergestellt wurde. Er zog auch Franzosen an, die mitarbeiteten. Das muss ein Multi-kulti-Projekt mit ausländischen Investoren und interessierten Künstlern gewesen sein. Und von daher gab und gibt es eine Goldschmiedschule in Pforzheim. Konkurenzfähig ist man bei der Schmuckherstellung heutzutage allerdings nicht mehr. Trauringe werden ganz groß vertrieben, aber sonst? Es gibt ein sehr elegantes Schmuckmuseum, Galerien ect. pp. Für manch einen interessant: das Schmuckmuseum hat eine ethnologische Abteilung!
Nach Römern, Flößern und Schmuck gab es britische Bomben, die eine wohl sehr nette Stadt mit vielen, vielen Fachwerkhäusern am 23. Februar ’45 total zerstörten. Heute erinnert das schon gezeigte Wallbergmahnmal an diese Zäsur in der Stadtgeschichte.
Um 1900 stiftete Emma Jäger ein Stadtbad. Das wurde auch zerstört, aber z.T. wieder aufgebaut. Das, finde ich, sticht mit einem großen Turm im Stadtbild hervor. Im neuen Badteil war ich bereits (Wirlpool, Rutsche, Außenbecken ect.), der alte, wieder aufgebaute, beherbergt ein Dampfbad. Da muss ich noch hin. Bilder könnt ihr unter http://www.pfenz.de/wiki/Emma-Jaeger-Bad anschauen.
So. Für die Autofahrer, die nach Pforzheim kommen: Wir haben seit Januar Umweltplakettenpflicht. So eine – möglichst grüne – Plakette kostet etwa sechs Euro und ist bei jedem Autohändler unter Vorlage der Fahrzeugpapiere zu erhalten. Man hat es dann leichter in allen Städten, die an solchen Projekten teilnehmen. Ziel ist es, die Feinstaubbelastung zu senken, dadurch dass Autos mit hohem Rußpartikelausstoß in bestimmte Zonen nicht hineinfahren dürfen. Mit der grünen Plakette darf man überall hin.
Wo aber sammelt sich der Feinstaub in Pforzheim? Die Stadt liegt in einem Tal. An den Ufern der Enz, in die Nagold und Würm sich ergießen. Am Fluss hin findet man Hügelketten und an den Hügeln kleben die Häuser. Die Häuser wiederum liegen an einem sehr dichten Netz von Straßen, auf denen viele Autos fahren. Und weil die Straßen sehr verworren aufgebaut sind, fahren die Autos mehr hin und her, als eigentlich nötig wäre. Und da wären wir dann beim Feinstaub. – Meine Wohnung befindet sich übrigens auf halber Höhe am Hang… ich muss sehen, wie sich das bezüglich der Abgase macht. Und sie liegt am Rande des Stadtteils Brötzingen, wo das Stadtmuseum ist. In Brötzingen bin ich zu Fuß sehr schnell und finde dort dann eine sehr nette Gegend mit kleinen Läden. Da will ich demnächst meinen Jute-Teppich reinigen lassen.
Mein Stadtteil wird auch betitelt mit „Maihälden“. So heißt die S-Bahn-Haltestelle, die gleich in der Nähe ist. Ich finde das einen schönen Namen, dessen Bedeutung sich mir allerdings noch nicht erschlossen hat.
So viel aus Eisleben … Bis ein andermal!
Seit kurzem werden im Hause Strauß vermehrt Vertreter einer längst ausgestorben geglaubten Spezies gesichtet:

Das gemeine europäische Herrentaschentuch feiert Renaissance.